2009/11/23

Andreas Herzau @ Paris Photo

Paris im November. Photos, Photos und nochmehr Photos. Selten habe ich den Fotofestival ähnlichen Bilder Tsumanie mehr genossen, als in Paris auf der Paris-Photo. Vom guten Wetter, Rotwein, Essen, Freunden und Bekannten, will ich erst garnicht reden...
... es ist einfach eine recht einmalige Gelegenheit für Inspirationen und auch eine Chance den Fragen nach zugehen: Was gibt es Neues? (nicht sehr viel). Was macht der Markt? (man versteht es nicht). Wo sieht man sich selbst? (man bleibt verwirrter denn je zurück).
Leider gab es auch nur wenig Inspirierendes, was die einzelnen Präsentationen der Arbeiten betrifft. Eine Arbeit von Antoine D'Agata am Magnum Stand war schön und konzeptionell überzeugend: Eine Serie von Bildern aus Palästina in kleinen, vielleicht 15x15 cm grossen Bilderrahmen, Stoß an Stoß gehängt, sodass die ganze Serie (ca 16 Bilder) als jeweils ein Bild oder als Einzelbilder zu lesen ist.
Ansonsten hier einige Aufnahmen entstanden auf dem Weg zur oder von der Paris-Photo: Gekalkte Schaufensterscheiben, die sehr schön die vermutete Renovierung der dahinterliegenden Geschäfte sinnlich veranschaulicht. Die Oberfläche fast nur noch reine Form und trotzdem mit eindeutiger Botschaft und für jeden und jede sofort zu entschlüsseln.
Es bleibt die Hoffnung nächstes Jahr wieder einen Anlass und die Gelegenheit zu haben Paris Mitte November geniesen zu können.

2009/11/17

Andreas Herzau @ Das Dorf

Es tut mir leid, dass ich so lange auf mich habe warten lassen, bis ich wieder poste. Aber es war in den letzten Wochen einfach zu viel. Unter anderem bereite ich mein nächstes Projekt für das kommende Jahr vor.
Es wird heißen "Das Dorf". In den jetzigen Zeiten, bekommt man schnell den Eindruck, dass es eigentlich das Land nicht mehr gibt. Alle sprechen von Gentrifizierung, Landflucht, Megacities ...
... dabei kann gerade das Dorf, das ländliche Leben ein guter Weg durch die Krise sein, wenn man eng vernetzt ist, jeden kennt und ...
jenseits der sozialen Enge die Vorteile einer solch gewachsenen Struktur zu nutzen weiß.

2009/10/31

Stefan Falke @ Halloween



Thank goodness it's only Halloween and not reality. Otherwise one might think that Mayor Bloomberg could get elected for a 3rd time ... and maybe a 4th ... nahhh, it's only Halloween. And who is that Thompson anyway ?

2009/10/18

Andreas Hezau @ Max Scheler

Im Haus der Fotografie der Hamburger Deichtorhallen gibt es sie noch die guten alten Dinge: Bilder, Fotografien, schwarz und weiß, ordentlich gerahmt und in einer Hängung, die zuweilen an die guten alten Bildstrecken der großen Illustrierten erinnert. Es sind Bilder von Max Scheler entstanden in den 50er und 60er Jahren- sowohl in Deutschland als auch Amerika und in China. Also Bilder der großen teilweise damals noch unbekannten Themen. 25 Jahre, von 1950 an, währte seine Fotografenkarriere, dann wechselte er die Seiten und wurde 1975 Bildredakteur. Damals war die Zeitschriftenwelt in eine Krise geraten und der Markt journalistischer Bilder ordnete sich neu. Dabei begann Scheler seine Karriere schon als Assistent bei Herbert List, war Juniormitglied der Agentur Magnum, Haus-Fotograf des Magazins Stern, er entwickelte maßgeblich die Zeitschrift Geo und leitete die Bildredaktion von Merian. Und trotzdem ist er für viele heute ein unbekannter Fotograf. Das soll sich nun mit der Ausstellung "Max Scheler: Von Konrad A. bis Jackie O." ändern.

Es ist die erste größere Ausstellung, die dem 2003 verstorbenen Scheler nun gewidmet wird - und es werden vermutlich weitere Ausstellungen folgen. Ist diese doch erst das erste Ergebnis einer mühevollen Arbeit, die die Aufarbeitung eines Fotografenarchives mit sich bringt. Scheler wird im Katalog, der zeitgleich bei Schirmer/Mosel* erschienen ist, als "ziemlich fleissig" bezeichnet. Was einerseits als Hinweis auf die Anzahl, der aufzuarbeitenden Bilder gedacht schien, soll aber auch die Attitüde des Fotografen Schelers unterstreichen, der sich eher als Chronist, Reporter und Fotograf verstanden wissen wollte, denn als Künstler. Die Bilder sind gut - gute journalistische Bilder in der Tradition des damaligen Reportagestil, der den Menschen zum Mittelpunkt erklärte. Das macht die Ausstellung sehenswert.

Interessant wird diese aber vor allem dadurch, dass sie heute gezeigt wird. Fast 30 Jahre nachdem dieser Fotoreporter mit einer bis dahin glanzvollen Karriere das Handtuch schmiss, werden nun seine Bilder wiederentdeckt. So erlebt die gute alte deutsche Fotoreportage in den Zeiten des Umbruchs und der tiefen wirtschaftlichen und konzeptionellen Krise des Magazinjournalismus eine Renaissance - allerdings im Museum. So bekommen diese Bilder, die ja damals gemacht wurden, um den Menschen die große weite Welt näher zu bringen, eine neue Funktion: Sie lassen uns nicht mehr etwas entdecken, sondern sie lassen uns erinnern. So zum Beispiel an die frühe DDR, deren Mauern vor 20 Jahren fielen und die Max Scheler für mehrere Serien bereiste. Und pünktlich zum 60ten Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China sehen wir in der Ausstellung eine Alltagsreportage aus den 60er Jahren, die er damals erarbeitete. Und an noch etwas werden wir erinnert: dass Politiker und auch Prominente sich bei ihrer Arbeit zuschauen ließen. So mutet das Bilder des schwitzenden Adenauer - verglichen mit den Politiker Bildern von heute - wie Portraits aus einer Werksreportage an: authentisch und nahbar.

Ein Kapitel der Schau widmet sich dem Amerika der 50er und 60er Jahre. Neben teilweise skurielen Bildern wie dem Angebot für Atomschutzbunker für das Eigenheim oder einem Malkurs für wohlhabende Pensionäre in Sun Valley sehen wir auch ein Bild von Martin Luther King mit Familie beim Spaziergang auf der Strasse, es wirkt beiläufig, fast familiär. Dies lässt uns realisieren wie lange es brauchte, bis Amerika einen schwarzen Präsidenten wählte und wir erinnern uns, dass die alten Dinge nicht immer nur die guten waren.

(erschienen in der FAZ am 14.10.2009)

2009/10/08

Andreas Herzau @ Night

Gestern auf dem Weg zur Ausstellungseröffnung von "ART-History" einer Portraitausstellung anläßlich des 30ten Geburtstags der Zeitschrift ART.
Alle waren da, die so da sein sollten und sich zeigten wollten ...... einschließlich Prof. F.C. Gundlach mit der cooooolstenBrille des Abends - und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Andere hingegen waren allerdings auch um Originalität bemüht ...

2009/10/06

Andreas Herzau @ Nightmare @ Schanzenviertel

Es war mitten in der Nacht, der Regen ergoß sich in Strömen und wir flüchteten von der Strasse in eine Kneipe, vor der sich die Nachtschwämer im Licht und im Trockenen tummelten. Es war ausnahmsweise gemütlich und nett in dem ansonsten vollkommen überlaufenen und überdrehten Schanzenviertel. Neulich hatten wir Besuch und dieser wollte natürlich zu Tim Mälzer, dem Koch, der interessante Rezepte kreiert, aber nun leider bei uns auch einen Esstempel errichtet hat. Man muß sagen, es ist wie auf Sylt: Teuer, blond, mittelmäßig und der Service meint, dass die reine Anwesenheit schon ausreicht, um von Service zu reden. Wer da schon immer mal hin wollte, sollte es einfach lassen.

2009/10/03

Stefan Falke @ forced Night Vision



I wish my neighbors had played Pink Floyd at their party last night, no such luck, I had to escape to the streets and do what a photographer does when he can't sleep.



Andreas Herzau @ Night Vision @ Bockup

The lunatic is on the grass
The lunatic is on the grass
Remembering games and daisy chains and laughs
Got to keep the loonies on the path

(...)

And if the cloud bursts, thunder in your ear
You shout and no one seems to hear
And if the band youre in starts playing different tunes
Ill see you on the dark side of the moon

(From: Brain Damage, Pink Floyd)


2009/09/28

Stefan Falke @ Night Vision 2009



I am happily back in New York and after a two day rest I decided to continue a series called Night Vision which I started in 2006. Last night I choose the very fashionable area around 10th avenue and 14th street,the heart of the Meatpacking District. (No talk about the German elections here ...)



Andreas Herzau @ Wahl

Was soll ich sagen? Es ist vorbei! Over! Finito! Ohne Wahl kein Kampf! Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären diese schon lang verboten? Eines ist in jedem Fall klar: Wir wissen, dass es anders werden muß, damit es besser wird. Aber wir wissen nicht, ob es besser wird, wenn es denn anders geworden ist.

2009/09/24

Andreas Herzau @ Home

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Bei mir zu Hause hängt im Treppenaufgang vor der Wohnungstür eine Tafel. Jeder und jede die vorbeikommt hinterläßt dann ein Zeichen, eine Spur oder wie man im Sinne des Zeitgeistes sagen würde seine Tags. Nun heute sollte die Tafel wieder gesäubert werden. Doch das Bild, welches diese lose, scheinbar sinnlose Ansammlung von Zeichen ergibt, hat der Betrachter - in dem Fall ich - liebgewonnen. So sei dieses noch nicht dekodierte Bild dokumentiert, bevor es gelöscht wird - in diesem Fall von einem Schwamm.

2009/09/20

Andreas Herzau @ Bockup

"Der letzte russische Erntehelfer" hieß dieser Wagen beim Amtserntefest in Malliß, einem kleinen Dörfchen zwischen Ludwigslust und Dömitz (McPomm). Dieses Fest ähnelt dem Erntedankfest, wobei jede Gemeinde einen besonders geschmückten Wagen während einer langen Parade vorführt. Der schönste wird dann prämiert...
... danach gibt es Tanz, Musik und sehr viel Alkohol......... manche Wagen erinnern schon fast an die Berliner Loveparade.